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Coaching & Lehre Mai 2026 · Ilmenau

Immersive Audio Production an der TU Ilmenau

Neues Kursformat an der TU Ilmenau: sieben Studierende produzieren gemeinsam im 80-Lautsprecher-Studio. Von der Story bis zur Präsentation.

J
Josua Hagedorn
Lehrbeauftragter · Immersive Audio Production
Immersive Audio Production an der TU Ilmenau

Im Sommersemester 2026 leiten wir am Fachgebiet Elektronische Medientechnik der TU Ilmenau ein neues Kursformat: Immersive Audio Production. Sieben Studierende, interdisziplinär besetzt, produzieren über ein Semester hinweg gemeinsam eine immersive Audio-Produktion — von der Story über Sound Design und Mix bis zur öffentlichen Präsentation im 80-Lautsprecher-Immersive-Sound-Studio der TU.

Das Setup

Ein Semester, wöchentlich montags, 180 Minuten im Studio. Als technische Basis dienen REAPER, Dante-Netzwerk und IEM Plugin Suite auf 80 Lautsprechern. Die Studierenden übernehmen klar definierte Rollen — Dramaturgie, Komposition, Visual Artist, Corporate Design, Sound Design & Foley, System Engineering und Produktionsmanagement.

Semesterziel

Ziel ist keine Trockenübung, sondern eine echte Produktion mit klaren Rollen, Workflow und Abgabe. Die Studierenden treffen alle Entscheidungen gemeinsam: welche Story erzählt wird, wie sie im Raum funktioniert, welche technischen Wege sie gehen. Am Ende steht eine öffentliche Präsentation im Immersive-Lab.

70 % Gestaltung, 30 % Technik.

Der Bogen der ersten Wochen

Die ersten fünf Wochen legen das Fundament — von den Grundlagen der räumlichen Wahrnehmung bis zum handwerklichen Rüstzeug für die Produktion.

Hörphysiologie & Systemverständnis. Wie lokalisiert das Ohr, was leisten ITD und ILD, wie codiert die Ohrmuschel Elevation? Kanalbasiertes gegen objektbasiertes Audio, Dolby Atmos, der Unterschied zwischen physikalischem Klangfeld und HRTF-Simulation.

Mikrofone & Signalkette. Vom dynamischen Mikrofon bis zum Kondensator, von X-Y und ORTF bis zu Ambisonics und Decca Tree mit Height-Mikrofonen. Digitale Signalkette, Samplefrequenz, Bit-Tiefe, Clocking. Erste REAPER-Praxis mit Gain-Staging, EQ und Kompressor.

Storytelling & Environmental Exposition. Wie erzählt Umgebung ohne Dialog? Filmanalyse mit Piper und Cargo. Stereo vs. 3D Audio als kategorialer Unterschied — der Raum selbst wird zur Narration.

Arrival als Handwerk. Vier Szenen aus Arrival im 80-Lautsprecher-System gehört und analysiert. Heptapod-Stimmen als organisches Material mit extremer Bearbeitung, Kanarienvogel als Leitmotiv, Score und SFX als Einheit. Spotting Sheet live erstellt.

Die Produktionsphase

Ab Woche 6 kein Frontalunterricht mehr — die Produktion beginnt. Drei parallele Gruppen arbeiten gleichzeitig: Storyline (Dramaturg, Komponistin, Visual Artist) entwickelt Treatment und narrative Struktur. Technik (Sound Designer, System Engineer) baut das REAPER-Setup und den Wave-System-Workflow auf. Corporate Design arbeitet an Projektname, Moodboard und visueller Richtung. Die Produktionsmanagerin hält über alle Gruppen hinweg den Überblick.

Warum das Format Sinn ergibt

Immersive Audio lässt sich nicht am Laptop lernen — sie braucht den Raum, das System und die Konfrontation mit echten Gestaltungsentscheidungen. Genau das leistet dieses Format: die Studierenden erleben Produktion als Handwerk, mit allem, was dazu gehört — vom ersten Story-Konflikt über Mikrofonwahl bis zur Frage, wie ein Klangobjekt über 80 Lautsprecher durch den Raum wandert.

Ort
Ilmenau
Rolle
Lehrbeauftragter · Immersive Audio Production
Partner
TU Ilmenau · Fachgebiet Elektronische Medientechnik
Jahr
2026
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